Elternbriefe

Waldorf-Kinderhaus Kastanienhof Unna

Johannibrief 2021

Eines der Feste, die in der Vergangenheit allergrößte Bedeutung für die Menschen hatten, heute aber kaum mehr bekannt sind, ist das Johannifest. In vorchristlicher Zeit hatte der Johannitag (24. Juni) als der Tag der Sommer-Sonnenwende eine herausragende Bedeutung für die Menschen. Die Sommersonnenwende naht! In diesem Wort drückt sich schon aus, dass ein Richtungswechsel angekündigt wird. Was ändert sich? Das Johanni- Fest am 24. Juni, läutet eigentlich schon den
„Prozess der Wende“ ein. Das Pflanzenwachstum hat den Zenit erreicht, der Reifeprozess in den Pflanzen beginnt.

Mit der Christianisierung löste Weihnachten das alte Fest der Wintersonnenwende ab und der Johannitag, der Geburtstag Johannes des Täufers wurde auf den 24. Juni gesetzt. Johannes ist der Verkünder des Christus.

Viele Symbole begleiten die Johanni-Zeit, probieren Sie die eine oder andere Anregung mit Ihren Kindern aus und staunen Sie über die gemeinsamen Erlebnisse.

Das Feuer ist ein Bild für Johannes den Täufer, jenes brennende und scheinende Licht, welches uns zur Umkehr und Vorbereitung auf den Messias (Weihnachtsfest) auffordert. Am Feuer wird Johanni- oder Stockbrot gebacken, es ist ein geselliges Beisammensein, mit Gesang und Tanz und am Ende können Mutige noch über die Gluthaufen springen.

Die Sonne steht für Christus und er ist ein Bild des Lichts und des Lebens. Dieses Licht wollen wir in uns selber zum Leuchten bringen und sammeln für die dunkle Jahreszeit. Ein ganz besonders eindrückliches Erlebnis ist das persönliche Erleben des Sonnenaufgangs.

Das Wasser. Ohne Wasser – kein Leben! Johannes brauchte das Wasser für die Taufe, ein Bild der innerseelischen Reinigung. Seit Urzeiten wurde Wasser zu Heilzwecken für den Körper angewendet, in Form von Waschungen, Wickeln, Güssen (Kneipp), Trink- und Badekuren. Genauso verbreitet war seine Verwendung zu kultischen Zwecken: Die bekannte neutestamentliche Taufe ist nichts Neues. Schon das Alte Testament berichtet von Reinigungsbädern und rituellen Waschungen. Goethe vergleicht die Menschenseele mit dem Wasserkreislauf, wenn er sagt: „Des Menschen Seele gleicht dem Wasser: Vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es, und wieder nieder zur Erde muss es, ewig wechselnd…“.

Johannisbeeren. Wie lecker lassen sich die Johannisbeeren zu Kuchen verarbeiten oder als Nachtisch in Quark, Joghurt Sahne, Eis…!

Johanni-Käfer. Glühwürmchen mit den Kindern zu beobachten ist ein bezauberndes Schauspiel beim Eindunkeln. Der Legende nach war das Leuchtkäferchen dabei, als die Engel den Hirten die Geburt des Jesuskindes verkündeten. Der Glanz des Christkindes habe das Käferchen so beeindruckt, dass es sich nichts sehnlicher wünschte, als die frohe Botschaft den Blumen und Tieren zu bringen. Da es im Winter viel zu kalt war um auszufliegen und es Angst hatte, man könnte ihm nicht glauben mitten im Sommer, so schenkte ihm ein Engel als Zeichen der göttlichen Botschaft ein Lichtfünkchen aus seinem Strahlenkranz und setzte es zwischen seine Flügel. Seither fliegt das Käferchen jedes Jahr zur Johannizeit durch die warmen Sommernächte und kündet von Jesus – wie Johannes auch.

Für den Erwachsenen ist die Johannis-zeit die Zeit des inneren Ringens um seelische Tugenden. Auch in der Kindererziehung haben wir schon einige Tugenden bewusst zu pflegen, auf ihre Entwicklung im Kinde bedacht zu sein. Dazu gehören insbesondere: Ehrfurcht, Verehrung und Dankbarkeit.

Ein Spaziergang an den reifenden Kornfeldern entlang, während oben in der Luft die Lerchen jubilieren, kann das Kind in andächtig lauschende Stille eintauchen lassen in die Stimmung tiefer, warmer Dankbarkeit für die Gaben der Natur. Dazu ist allerdings notwendig, dass auch die Eltern diese Stimmung in sich entwickeln. Dann können sie vom Kind seelisch nachgeahmt werden.

Johanni (Johannes der Täufer) ist eines der vier großen Feste im Jahreslauf, es liegt gegenüber dem Weihnachtsfest (Jesus Christus) und bildet mit diesem, dem Oster- und dem Michaelifest das große Jahres-Kreuz der Feste.

Wir wünschen Ihnen allen eine schöne Johanni- und Sommerzeit mit vielen Johanni-Käferchen.

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